Siemens M2 - Motor


"Die Entwicklung des Verbrennungsmotorenbaues bei der Siemens & Halske A.G.", von Ernst Becker, Berlin 1932:



Die 4 PS-Zweizylinder-motoren, welche die schwächeren Einzylinder ablösten, hatten grundsätzlich dieselbe Bauart wie die Vierzylinder, die die stärkeren Einzylinder ablösten, nur hatten sie die halbe Zylinderzahl. Sie hatten 60 mm Bohrung, 90 mm Hub, wogen 60 kg, und die Leistung von 4 PS wurde bei eine Drehzahl von 1500 U/min abgegeben.

Für die Telefunken-Abteilung des Wernerwerkes und für die K.S.-Abteilung der Siemens-Schuckertwerke (für Scheinwerfer-Aggregate) wurden 1913 - 1918 etwa 1350 M2-Zweizylinder-Motoren gebaut. Der Motor war, wie bereits oben erwähnt, in seinem grundsätzlichen Aufbau der halbe M4-Motor. Wie bei diesem waren auch hier die Hauptmerkmale Thermosiphon-Kühlung, Kreislaufdruck-Schmierung und Spezial-Drehzahlregler.





Für Telefunken-Zwecke waren die Motoren aus vorerwähnten Gründen mit einem Spezial-Drehzahl-Regler für Feineinstellung versehen. Für den Fall, daß die Station außer Betrieb gesetzt und der Motor entlastet wurde, jedoch für eine schnelle Betriebsbereitschaft in Gang bleiben sollte, war eine besondere Vorrichtung zum Einstellen der geringstmöglichen Drehzahl des Motors während des Leerlaufs vorgesehen. Durch diese wurde das Geräusch des Motors im Leerlauf auch erheblich herabgemindert und einem unnötigen Brennstoffverbrauch vorgebeugt. Die Vorrichtung bestand aus einem Hebel, welcher auf dem vorderen aus dem Reguliergehäuse herausragenden Ende der Reglerwelle saß, und der mit einer Gleitfläche versehen war. Auf letzterer glitt bei einer bestimmten Einstellung das als Nocken augebildete Einde eines Verstellhebels. Durch entsprechende Einstellung dieses Nockens konnte die Reglerwelle in eine derartige Lage gebracht werden, daß sich die Drosselklappe in dauernder Leerlaufstellung befand.



2 kW Luftschiff-Funken-Maschinensatz mit M2-Motor. Tagesreichweite 150 km.

Der M2-Motor wurde 1917- 1922 außerdem, mit einem Generator gekuppelt, als 2 kW - Aggregat ausgeführt. Die Bauart der Gruppe war eine ähliche, wie dem 4 kW - Maschinensatz mit M4-Motor. Die hiervon hergestellten 130 Stück wurden teils für stationäre, teils für transportable Kraft- und Lichtquellen verwendet.





Andreas Ledetsch aus Berlin sucht Auskunft über diesen Siemens & Halske zweizylinder Verbrennungsmotor, model 92642 (M2-Motor), Nr. 9388. Diese wurden im ersten Weltkrieg u.a. zur Stromversorgung von Fliegergefechtsstationen, Scheinwerferbatterien und als Hilfaggregate von Luftschiffen verwendet.
Andreas hat die Bildern der frühen Einzylinder-, M2- und M4-Motoren auf diesen Seiten zur Verfügung gestellt.





Der Vorsitzender der Interessengemeinschaft Historische Motoren Deutschland, Christian Rady aus Berlin, besitzt diesen funktionsfähigen Siemens & Halske M2-Motor mit der Typen-Nummer 92442. Das Gerät war vermutlich nie mit einem Generator gekoppelt, sondern diente zum Antrieb (Boot?).
Andreas Ledetsch vielen Dank für die Fotos.







Roland Servais aus Belgien hat diesen Siemens M2-Motor, Nummer 4483 (am Zylinderkopf eingeschlagen), im Januar 2008 in der nähe von Lüttich gefunden. Der Motor ist in gutem Zustand und wird wohl im Kürzem wieder laufen. Der Zündmagnet ist einen ESHA Type F2, Nr. 6546. Nur der Alumium Zylinderkopfdeckel hat von Korrosion gelitten.

Klicken Sie hier, um einen Film von diesem Motor zu sehen!
35 sek., 700 kB, Author: Roland Servais.

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